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27. März 2006

der panther ~ rainer maria rilke

Filed under: einsamkeit — rene lecoutre @ 22:00

der panther
im jardin des plantes, paris

sein blick ist vom vorübergehn der stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
ihm ist, als ob es tausend stäbe gäbe
und hinter tausend stäben keine welt.

der weiche gang geschmeidig starker schritte,
der sich im allerkleinsten kreise dreht,
ist wie ein tanz von kraft um eine mitte,
in der betäubt ein großer wille steht.

nur manchmal schiebt der vorhang der pupille
sich lautlos auf-. dann geht ein bild hinein,
geht durch der glieder angespannte stille-
und hört im herzen auf zu sein.

rainer maria rilke

8 Kommentare »

  1. aha, auch ein leser vom chikatze-blog?

    Kommentar by Steffino — 28. März 2006 @ 19:46

  2. hallo steffino,

    nein, bisher war ich noch nicht auf chikatze-blog, ansonsten wäre mir vermutlich das gedicht aufgefallen, und dann hätte mir ein verlinken genügt.

    für alle, die sich gerne etwas von rilke anhören, sei der link zum chikatze-blog empfohlen.

    lieben gruß rené

    Kommentar by rene lecoutre — 28. März 2006 @ 22:11

  3. dann war’s eine amüsante synchronizität, dass ich den text fast zeitgleich in deinem und chikatzes blog gelesen habe ;-)

    Kommentar by Steffino — 29. März 2006 @ 19:40

  4. hallo steffino,

    die synchronizität geht noch weiter: das gedicht habe ich am 26. jemanden vorgelesen, also am selben tag, wie das andere blog es veröffentlichte, doch bei mir war es eher gegen mittag. also ich war ja schneller. ;)

    ich gestehe:

    auf deiner site bin ich erst gestern gewesen, um den kommentar~beitrag von mir abzuholen.

    den link zur chikatze habe ich dabei gar nicht gesehen, und wenn wäre ich ihm eh nicht gefolgt, da mit einem modem auf dem dorf das ziehen von audiofiles zu kostenintensiv ist.

    ende geständnis.

    mir ist die sache schon peinlich. ich wollte neulich ein zitat veröffentlichen und bei der suche nach hintergrundinfos, bin ich auf ein blog gestoßen, daß ich sogar im blogroll führe. das hätte noch seltsamer ausgesehen…

    ich habe mir jetzt vorgenommen, bei zitaten und gedichten oder ähnlichem, also dinge die nicht von mir sind,erst zu überprüfen (vermutlich bei technorati), ob sie schon woanders aufgetaucht sind.

    vielleicht finde ich darüber ja auch nette seiten, die mir sonst unbekannt geblieben werden?

    was bleibt am ende übrig?:

    1.das chikatze~blog hat einen schönen panther unter seinem beitrag und ich nicht. :(

    2.manchmal schreibe ich beiträge, deren veröffentlichung ich ein paar tage in die zukunft verlege, da ich hier nicht jeden tag vor der kiste hocke. also könnten mir mysteriöse synchronizizäten wie diese noch häufiger passieren.

    3. der panther, das gedicht von rainer maria rilke, finde ich sehr schön. :)

    lieben gruß rené

    Kommentar by rene lecoutre — 29. März 2006 @ 20:12

  5. ach, ich denke mal, ein wesentliches merkmal der “blogosphäre” ist ihre redundanz ;-) und das gedicht von rilke kann im grunde gar nicht oft genug zitiert werden…

    Kommentar by Steffino — 29. März 2006 @ 20:47

  6. Dieses Gedicht habe ich schon auf mehreren Seiten gelesen, aber es berührt mich immer wieder aufs neue. Vor allem, weil es einem so schonungslos vor Augen führt, was wir unseren Tieren antun, nur um sie betrachten und besitzen zu können.

    Wer mal durch einen Pferdestall gelaufen ist, sich jedes Tier genau angeschaut hat (Ausnahmen bestätigen die Regel) und es mit seiner Vorstellung eines Wildpferdes vergleicht, weiß wovon ich rede (ich besitze selbst ein Pferd, aber im Moment erfreue ich mich jeden Tag daran, wie wach und aufmerksam er aus seiner Box rausschaut. Das ist mein Anspruch an mich, daß es so bleibt).

    Kommentar by Falk — 6. Dezember 2006 @ 10:05

  7. Ein unglaublich trauriges und auch kritisierendes Gedicht! Und genau deshalb trifft es einen genau ins Herz.

    Kommentar by Jenny — 11. Dezember 2006 @ 15:42

  8. hallo falk,

    wenn ich einmal jennys worte aufgreife (so ähnlich): wenn wir uns im herzen berühren lassen, von den wesen, die uns umgeben, können wir über diese ebene auch den tieren etwas gutes tun.

    dafür das gedicht als augen-öffnen gut geeignet. :)

    lieben gruß rené

    Kommentar by rene lecoutre — 13. Dezember 2006 @ 01:09

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