du freier mensch, du liebst das meer voll kraft,
dein spiegel ist’s. in seiner wellen mauer,
die hoch sich türmt, wogt deiner seele schauer,
in dir und ihm der gleiche abgrund klafft.du liebst es, zu versinken in dein bild,
mit aug’ und armen willst du es umfassen,
der eignen seele sturm verrinnen lassen
in seinem klageschrei, unzähmbar wild.ihr beide seid von heimlich finstrer art.
wer taucht, o mensch, in deine letzten tiefen,
wer kennt die perlen, die verborgen schliefen,
die schätze, die das neidische meer bewahrt?und doch bekämpft ihr euch ohn’ unterlass
jahrtausende in mitleidlosem streiten,
denn ihr liebt blut und tod und grausamkeiten,
o wilde ringer, ewiger bruderhass!charles baudelaire – aus blumen des bösen
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21. Oktober 2006
der mensch und das meer
3 Kommentare »
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Wow super schönes Gedicht. Schade, dass das schon so lange her ist. Wann lesen wir was neues von dir?
Gruß Klaus
Kommentar by Klaus — 16. Dezember 2006 @ 15:10
hallo klaus,
mehr zu lesen gibt es, wenn ich die zeit zum schreiben finde, und vor allem die worte es auszudrücken.
lieben gruß rené
Kommentar by rene lecoutre — 19. Dezember 2006 @ 01:38
[...] schönes gedicht, das ich gerne zitiere ist von charles baudelaire, aus “die blumen des bösen“, “der mensch und das meer”. für das buch handelte er und sein verleger sich [...]
Pingback by das berühren, die schönheit und das zitieren ~ auf alleinsein.de — 10. Dezember 2007 @ 19:51