im buch “der geheime meister vom drachentor” von chen kaiguo und zheng shunchao fand ich den text “die inschrift der hundert zeichen”, aus dem das folgendes zitat von lü dongbin stammt
…
so kehrt die energie von selbst zurück.
kehrt die energie zurück,
bildet sich spontan das elixier
im tiegel, in dem du wasser und feuer paarst.
yin und yang steigen auf
und folgen aufeinander in ununterbrochenem wandel;
überall lassen sie den donnerschlag erschallen.
weiße wolken sammeln sich auf dem polberg.
du hast selbst vom wein des langen lebens getrunken
und streifst frei umher;
…
der tollen copyright-bestimmungen wegen getraue ich mich nicht, es in voller länge zu zitieren. eine andere übersetzung von “die inschrift der hundert zeichen” findet sich im forum von taoismus.de.
beim nachsinnen über den text fiel mir “das manuscript der magdalena” von tom kenyon & judi sion ein. die analogie ist imho sehr offensichtlich, doch auch zu verstehen, wenn es keine erklärung gibt, und die analogien nicht bekannt?
Alchemie der Liebe
Lieber René,
beim Gedanken an die Alchemie der Liebe, sehe ich immer die Tarotkarte „Zwei der Flammen“ vor mir. Auch wenn sie anders interpretiert wird, löst dieses Bild genau das in mir aus:
Zwei Flammen – Jede Flamme hat ihre eigene Quelle aus der sie sich nährt und jede Flamme hat ihr eigenes Licht. Zwischen den Flammen entsteht ein Austausch, bei dem ganz sanft das Wesen der anderen Flamme erkannt wird. Jede Flamme erkennt die Schönheit und Vollkommenheit der anderen Flamme und deren schönste Facetten können dann auch von ihr selbst wahrgenommen werden und sich ganz behutsam entfalten und entwickeln. Es entsteht ein Feld des Erkennens und Verwebens, das eine sehr starke Kraft entwickelt, die so stark ist, dass beide Flammen eins werden und doch hat jede Flamme ihr ganz eigenes Feuer und kann selbständig und unabhängig von der anderen Flamme existiert. Dann hat der Raum bzw. die Entfernung auch keine Bedeutung mehr. Weil sie sich erkannt haben, wie sie sind, bringt jede Flamme die schönsten Farben der anderen Flamme zum Leuchten. Ihre Wahrnehmung liegt nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Sie sind ganz gegenwärtig und in diesem Moment liegt die Ewigkeit.
Wenn man in diesem Leben so eine Erfahrung erleben darf, wird man sie irgendwann unbewusst sabotieren. Denn wenn der Austausch vollkommen war, ist er auch abgeschlossen.
So ist nun mal das Leben und genau das will auch die Liebe – Entwicklung und Entfaltung.
Carola
Kommentar by Carola — 22. April 2008 @ 13:09
liebe carola,
schön hier von dir zu lesen.
ich finde deinen text sehr schön und bleibe dann ein wenig am sabotieren hängen. wie meinst du das, bzw. meinst du, daß es immer so sein wird?
kannst du dir vorstellen, daß nach der begegnung vielleicht doch noch mehr möglich ist?
wir können uns gerne auch persönlich darüber austauschen.
bis bald! lieben gruß rené
Kommentar by rene lecoutre — 20. Mai 2008 @ 00:43
Hallo Carola,
dein “Bild” hat mich sehr berührt,
aber auch ich wurde stutzig beim letzten Absatz.
Du beschreibst Das Sein der Liebe IM Jetzt
“Sie sind ganz gegenwärtig und in diesem Moment liegt die Ewigkeit”
Wie könnte Ewigkeit enden?Wenn es keine Zeit gibt nur das Jetzt,dann ist es doch nicht endlich?oder?
Wenn Göttliche Vollkommenheit abgeschlossen -fertig zu Ende wäre gäbe es keine Ewigkeit,das wäre der Tod.
Den gibt es für mich nicht-
Mit Erlaubnis und Achtung,der MUTige Wanderer wird seinem Selbst den letzten Schritt in Gedanken and die wahre Liebe aus Angst vor dem Vergehen derer nicht vor dem Erklimmen des Gipfelkreuzes verweigern.
herzlichen Gruß
Gina
Kommentar by gina — 31. Mai 2008 @ 21:27
Hallo liebe Gina,
Danke für Deine Nachricht. Es erfreut mein Herz, dass die Beschreibung der zwei Flammen Dich berührt hat.
Es ist die Beschreibung einer tiefen Beziehung, die über Jahre wächst und Jahrzehnte, manchmal auch ein Leben lang dauern kann. Wenn man wirklicht liebt, ist die Vergangenheit unwichtig und man fragt nicht nach der Zukunft. Mann lebt ganz in der Gegenwart und bekommt dann ein Gefühl dafür, was Ewigkeit bedeutet.
Aber wenn die Liebe nicht für ein Leben lang bestimmt ist, sollte man den anderen Menschen auch in Liebe gehen lassen.
Vor einiger Zeit habe ich eine Frau kennensgelernt und sie hat gleich ganz schlecht über ihren Mann gesprochen, so abwertend. Ich habe gedacht, warum lebt sie mit einem Mann zusammen, den sie nicht achtet. Das kann ich nicht verstehen. Viele Menschen bleiben in einer Beziehung, auch wenn die Liebe vorbei ist, weil sie Angst davor haben einsam zu sein, finanziell nicht alleine klar zu kommen, den Alltag nicht eigenständig bewältigen zu können, ……. Es gibt so viele „Schein“gründe. Dann behandeln sie ihren Partner schlecht, weil er ihnen ihre Wünsche und Träume nicht erfüllt. Aber dafür ist er nicht da. Das kann nur jeder selbst tun – seine Träume leben.
Ich wünsche dir, dass Du Deine Liebe findest und sie leben kannst.
Carola
Dein Text „der mutige Wanderer……..vor dem Erklimmen des Gipfelkreuzes verweigern“ gefällt mir gut. Aber man muss den Gipfel nicht immer erklimmen. Manchmal gelangt man von ganz allein auf den Gipfel – ohne Anstrengung und Mühe.
Kommentar by Carola — 4. Juni 2008 @ 19:27