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20. Februar 2006

aus monsieur ibrahim und die blumen des koran

Filed under: leben — Schlagwörter: , , — rene lecoutre @ 21:18

“für jeden von uns, momo, ist eine leiter aufgestellt, damit wir entfliehen können. der mensch war zuerst etwas mineralisches, dann etwas pflanzliches, dann etwas tierisches ~ das tiersein kann er nicht vergessen, und allzuoft verspürt er den drang, sich wieder in ein tier zu verwandeln ~, erst dann ist er zum menschen geworden, mit der anlage zum wissen, zur vernunft, zum glauben.

kannst du dir den weg vorstellen, den du vom staubkorn bis zum heutigen tag zurückgelegt hast?

und später, wenn du dein menschsein verlassen hast, wirst du zu einem engel. dann hast du mit der erde nichts mehr zu tun. wenn du tanzt [anm. sufischer tanz], bekommst du eine ahnung davon.”

quelle: eric-emmanuel schmitt “monsieur ibrahim und die blumen des koran”

2 Kommentare »

  1. - wundervolle Strophen im Rigveda, die vom Ursprung der Dinge handeln; sie lauten (in der Übersetzung von Deussen):

    1.
    Damals war nicht das Nichtsein, noch das Sein,
    Kein Luftraum war, kein Himmel drüber her. –
    Wer hielt in Hut die Welt, wer schloss sie ein?
    Wo war der tiefe Abgrund, wo das Meer?

    2.
    Nicht Tod war damals, noch Unsterblichkeit,
    Nicht war die Nacht, der Tag nicht offenbar. –
    Es hauchte windlos in Ursprünglichkeit
    Das Eine, außer dem kein andres war.

    3.
    Von Dunkel war die ganze Welt bedeckt,
    Ein Ozean ohne Licht, in Nacht verloren; -
    Da ward, was in der Schale war versteckt,
    Das Eine durch der Glutpein Kraft geboren.

    4.
    Aus diesem ging hervor zuerst entstanden,
    Als der Erkenntnis Samenkeim, die Liebe; -
    Des Daseins Wurzelung im Nichtsein fanden
    Die Weisen, forschend, in des Herzens Triebe.

    5.
    Als quer hindurch sie ihre Messschnur legten,
    Was war da unterhalb? und was war oben? –
    Keimträger waren, Kräfte, die sich regten,
    Selbstsetzung drunten, Angespanntheit droben.

    6.
    Doch, wem ist auszuforschen es gelungen,
    Wer hat, woher die Schöpfung stammt, vernommen?
    Die Götter sind diesseits von ihr entsprungen!
    Wer sagt es also, wo sie hergekommen? -

    7.
    Er, der die Schöpfung hat hervorgebracht,
    Der auf sie schaut im höchsten Himmelslicht,
    Der sie gemacht hat oder nicht gemacht,
    Der weiß es! – oder weiß auch er es nicht?

    Kommentar by malzbier — 21. Februar 2006 @ 00:08

  2. malzbier, was für ein schöner name. ;)

    danke für deinen eintrag! die texte der rig~veda in deutscher übersetzung gibt es hier thombar.de.

    lieben gruß rené

    Kommentar by rene lecoutre — 21. Februar 2006 @ 13:12

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